Christian Pursch
Melancholie, Zwiespalt, Wirrnis, Sünde, Seelenwandel – Begriffe, die Befindlichkeiten und Zustände umschreiben. Zum Beispiel Melancholie – Schwarzgalligkeit – Schwermut (siehe Robert Burton: Anatomie der Melancholie), ein verträumte, eine eher unbewegte schwer lastende Atmosphäre. Zwiespalt und Wirrnis erklären sich von selbst.

Führt der Faden (wie der Fabel der Ariadne) wirklich aus der Wirrnis heraus? Und wenn ja, wohin? Traktieren und quälen die geisterhaften Hände den offensichtlich somnambulen Protagonisten nicht so, dass ein Fingerzeig nach oben in ein diffuses dunstiges Orange nicht mehr hilft? In einem ornamental-geometrisch geordneten Denklabyrinth im geöffneten Schädel lesen wir, fein herausgemeißelt, C. P. = Christian Pursch.
Ein Bild ist ein Bild. Ich rufe René Magritte als Zeugen: „Ceci n’est pas une pipe“ (Das ist keine Pfeife). Dieses so betitelte Bild, informiert uns nicht über gemalte Pfeifen, sondern darüber, dass eine gemalte Pfeife keine Pfeife, sondern ein Bild ist. So verstehe ich die Malerei von Christian Pursch.
Die malerische Prägnanz, Perfektion und Brillanz (bis ins kleinste Detail), die makellosen Formbegrenzungen (Konturen), die feinen, sensiblen Farbübergänge und Oberflächenbehandlungen sind beeindruckend und auch beunruhigend, Elemente eines professionellen, kühl kalkulierten, austarierten Konzepts. – Die Figuren sind in der Regel fragmentiert und „scheinplastisch“ geformt. Durch „künstlerisch-chirurgische“ Maßnahmen am Objekt entsteht der Eindruck des Puppenhaft-Mechanischen und des Unpersönlichen und Exemplarischen. Sinnbilder ohne Narrativ.





